m Dezember 2024 hat die FIPJP, damals noch unter Führung von Claude Azema den afrikanischen Kontinentalverband CASB (Confédération Africaine de Sport Boules) zerschlagen und einen neuen Verband installiert. O-Ton CASP-Facebook: "Pétanque in Afrika: Platz frei für einen neuen Verband. Ein historischer Meilenstein für die Zukunft des Pétanque in Afrika. Der ehemalige CASB-Verband unter der Leitung von Herrn Idrissou wird von den internationalen Behörden aufgelöst und durch die neue CASP unter dem Vorsitz von Herrn Brahim Derwich aus Senegal ersetzt. Die CASP wird offiziell von der FIPJP anerkannt."
Ibrahima Idrissou, der geschasste Präsident der CASB rief in der Folge den internationalen Sportgerichtshof CAS/TAS an. Mit Schiedsspruch vom 21. Mai 2026 gab der CAS/TAS dem Einspruch Idrissous teilweise statt und hob sämtliche Entscheidungen des Exco der FIPJP auf, mit denen die Anerkennung der CASB (als legitime Organisation, Anm.d.V.) widerrufen oder die CASB ausgeschlossen wurde. Die CASB erlangt ihren Status als Kontinentalverband wieder, allerdings hat diese Wiederaufnahme NICHT den Ausschluss der aktuell regierenden CASP (Confédération Africaine de Sport Pétanque) aus der FIPJP zur Folge und auch nicht die automatische Anerkennung durch die FIPJP.
Zwei Kontinentalverbände gleichzeitig stellen eine echte Herausforderung für die Verantwortlichen in den Nationalverbänden dar. Der nun rehabilitierten CASB fehlen zwischenzeitlich aber die Mitgliedsverbände. Die CASP reklamiert aktuell 21 Nationen für sich, darunter auch Idrissous Heimatverband Benin.
Bei einem CASP-Kongress, fast zeitgleich mit der CAS/TAS-Entscheidung, haben jüngst im ivorischen Abidjan 19 CASP-Mitglieder nun mit dem rechtsgerichteten marokkanischen Politiker Mahmoud Archane einen neuen Präsidenten gewählt, der damit die Nachfolge des strohmännischen Gründungspräsidenten Brahim Derwiche (Senegal) und dessen interimistischem Stellvertreter Louly Lemine aus Mauretanien antritt.
Verwirrend, der von der FIPJP seit Jahren gesperrte königliche marokkanische Petanqueverband ist allerding kein Mitglied in der FIPJP-anerkannten CASP, sondern gehört der CASB an.
Archane hat eine unrühmliche Vergangenheit, er war hoher Polizeioffizier während Marokkos sogenannter "Bleiernen Zeit" unter König Hassan II (1956 bis 1999) und persönlich an willkürlichen Verhaftungen, Misshandlungen und Folterungen beteiligt. Mittlerweile ist er Politiker mit einer eigenen Mitte-Rechts-Partei. Er war auch Vergänger des aktuell von der FIPJP gesperrten Präsidenten des königlich marokkanischen Petanqueverbandes.
Die Petanquewelt wird von Europa dominiert. Schwerwiegende Behinderungen, Sperren, Ausschlüsse und Einreiseverbote treffen meist nur außereuropäische Körperschaften und Personen. Innerhalb kurzer Zeit hat der CAS/TAS Azemas Petanqueweltverband in zwei Verfahren, Unrecht, Willkür, Kompetenzüberschreitung und Rechtsbeugung attestiert und beide Male waren afrikanische Institutionen die Opfer. Der o.g. Mauretanier Louly Lemine warf Azema wohl zu Recht einst Rassismus und koloniale Attitüde vor. Im Oktober des Vorjahres hat Azema zwar sein Amt in der FIPJP aufgegeben, er sitzt aber nach wie vor der einflussreichen olympischen Dachorganisation WPBF vor.
Viele Informationen zu Petanque in Afrika gibt es bei boulistemaroc.com, das als Sprachrohr der CASP und Gegner Idrissous gilt, dabei aber etwas Klarheit und Transparenz vermissen lässt.

