Das Boulodrome in Saint-Pierre-lès-Elbeuf.
Finalrunden des Championnats Nationaux des Clubs vom 16. bis 18. November in Saint-Pierre-lès-Elbeuf für Männer- und Frauenmannschaften.
Als Sieger in Liga CNC1 setzen sich durch Les Amis de la Pétanque Bourbon Lancy. In Liga CNC2 triumphiert APTN Tours und in Liga CNC3 heißt das Gewinnerteam Pétanque Boule Langon. Die Siegermannschaft bei den Damen DUC de Nice. Alle Spiele, alle Ergebnisse auch von den Vorrunden https://www.ffpjp.org/cnc/index.php/open
Das Siegerteam des Vorjahres aus Draguignan. Foto: Quarterback
Neben den Masters de Pétanque für 3:3-Formationen und der Trophée L’Equipe für Nationalteams ist die Trophée des Villes für Städteteams der dritte Große Pétanquewettbewerb unter der Regie des Sportvermarkters Quarterback aus Paris.
Vom 22. bis 25. November kämpfen 32 Städtemannschaften vier Tage lang um die 18. Ausgabe der gut dotierten Trophäe im Boulodrome Christian Fazzino in Montluçon.
Wie uns Projektleiterin Noemie Vattan auf Anfrage erläuterte, wählt eine von Quarterback beauftragte Expertengruppe aus der Vielzahl der in der FFPJP und ihren Comites departementaux organisierten Vereinen die 32 Teams für die Trophée des Villes aus. Auswahlkriterien sind neben Spielstärke und Besetzung auch der Auftritt in der Öffentlichkeit oder andere für die Zuschauer attraktive Eigenschaften. Die Besonderheit, die Teams müssen einen U22 Spieler integrieren, der in mindestens einer Partie pro Begegnung antritt. „Teamgeist, Jugend, Talent und Motivation seien die Markenzeichen dieser Veranstaltung und der Schlüssel zum Erfolg für die Teilnehmer“ so Quarterback.
Den Titel verteidigen will die Übermannschaft des letzten Jahres der ABC Draguignan, mit dem französischen Meistertrio Henri Lacroix, Stephane Robineau, Dylan Rocher sowie Junior Jessy Lacroix. Zu den Favoriten zählen lassen sich aber auch die Canuts Lyon mit Molinas und Sarrio, La Rochelle mit Hureau und Quintais, Montluçon1 mit Fazzino und Olmos. Auch Annecy mit Lozano, Pardoen und Weibel könnten vorne mitmischen, wie auch Le Mans mit Balliere, Rocher, Vaillant. Metz und Monaco sind nicht chancenlos. Trotzdem, Aussenseiter haben immer ihre Chance, wie die Geschichte der TdV beweist. Video TdV 2017 3:3 auf Youtube.
Die Trophée des Villes wird als leicht verständlicher KO-Wettbewerb bis zum Finale ausgetragen. Ohne Barrage, Cadrage oder Repechage-Gedöns. Die Verliererteams der ersten und der zweiten Runde dürfen im B-Turnier, hier Grand Prix genannt, weiter machen. Der Ablauf: Pro Team treten erst zwei Doubletten an, für den Sieg wird ein Punkt vergeben. Danach folgt eine Triplette-Partie, die mit 2 Punkten honoriert wird. Steht es danach unentschieden, folgt ein Shootout. Jeder der beteiligten Spieler pro Mannschaft wirft vier Kugeln über 6, 7, 8, und 9 Meter auf eine einzelne Zielkugel. Ist danach immer noch keine Entscheidung gefallen, duelliert man sich weiter bis zum „sudden death“. Die Punktevergabe erfolgt hier wie bei einem normalen Präzisionsschießen. Für Spannung ist also gesorgt. Im B-Wettbewerb fallen die Entscheidungen bis ins Finale nur durch zwei Doubletten (keine Triplette) und nach Bedarf durch Shootout.
Parallel zum Teamwettbewerb veranstaltet Quarterback ein reguläres Tir de precision-Turnier, siehe Reglement & Textes. Ein Spieler pro Mannschaft tritt an.
Das Turnier beginnt am Donnerstag, 22.11. um 20.30 Uhr mit der Qualifikationsrunde des Tir de precision-Wettbewerbs und endet am Sonntag, 25.11. um 14 Uhr mit dem Finale des Teamwettbewerbs um die Trophée des Villes.
Der Sport-TV-Sender L’EQUIPE zeichnet für den französischen Markt auf. Das nichtzahlende Publikum muß auf einen späteren Zeitpunkt und auf Youtube vertröstet werden.
Vorbildliche Wurfhaltung: Hippy Oppliger vom PC Biberist, Zweiter der Schweizer Meisterschaft im Platzgen 2018 in Schüpfen.
Das Teil sieht aus wie Lisa Simpsons Kopf und erfunden haben es ausnahmsweise wirklich die Schweizer, im Berner Land, vieleicht im Emmental. Wir reden nicht von Käse sondern von der Platzge und der dazugehörigen urigen traditionellen Berner Wurfsportart Platzgen.
Seit dem Mittelalter werfen die Berner das gezackte Metallteil über 17 Meter an den Schwirren im Ries. Ein angeschrägter Topf mit gestampftem Lätt (Lehm), 1,4 Meter im Durchmesser, mit einem Metallstengel (Schwirren) in der Mitte. Das Wurfgerät wiegt zwischen 1 und 3 Kilogramm und hat einen Durchmesser von maximal 18 Zentimetern. Zwischenzeitlich dürfen auch „Wiibslüt“ mitmachen, sie werfen 11,5 Meter. Ziel des Spiels ist es, die Platzge direkt an den Schwirren zu schmeißen, was mit 100 Punkten belohnt wird. Jeder gemessene Zentimeter Abstand zieht einen entsprechenden Punkteabzugnach sich. (25 cm Abstand zum Schwirren sind z.B. 75 Punkte). 24 Würfe pro Wettkampf erfordern jede Menge Kraft, Konzentration und Ausdauer und eineinhalb Meter Anlauf. Die Platzger sind selbstverständlich organisiert, aber zu einer wirklichen panhelvetischen Vereinigung haben sie es noch nicht geschafft. Geplatzget wird vorwiegend bernerisch. Daa gahts zur homepage
50 Clubs umfasst der Verband mit ca. 400 Mitgliedern. Die zentralen jährlichen Veranstaltungen der Platzger sind das Frühlingsfest, die Meisterschaft und das Verbandsfest. Feschtli feiern gehört zum Platzgen dazu. Hier ein Video von der Meisterschaft 2018 in Utzensdorf auf Youtube.
Das Stichwort Platzgen fördert allerhand Erhellendes aus dem Netz zutage. Guet Lätt, Guten Lehm wünschen sich die Platzger vor Wettkampfbeginn. Eine aktuelle Verbindung zum Petanque gibt es auch. Das katalanische Santa Susanna, beliebter Treffpunkt der europäischen All-inclusive-Boule-Senioren, versammelt alljährlich auch die bernischen Platzger zum regelmäßigen Trainingslager unter mediterraner Sonne. Ob sie den Lehm fürs Ries mitnehmen?.
Das 2. Foto zeigt eine Platzge mit Daumenmulden für optimalen Griff: https://www.srf.ch/sport/mehr-sport/platzgen-wie-zu-gotthelfs-zeiten
Sacklocher in Aktion. Foto: wikimedia commons.
Ein entfernter Verwandter unseres Petanque. Die Amis nennen es Cornhole, die Deutschen Sackloch. Anderswo kennt man es als Bean Bag oder Baggo.
Statt Kugeln wirft der Sacklocher granulatgefüllte Stoffsäckchen, 15x15 cm im Format und 400 Gramm schwer. Ziel ist ein Loch, 15 cm im Durchmesser in einem schräg aufgestellten Brett. Das Brettformat kann variieren.
Die Zweierteams oder die Einzelspieler stehen sich ebenso gegenüber, wie die beiden Lochbretter. Wurfabstand ist 10 Meter. Wird ein Sack versenkt gibt es 3 Punkte, bleibt er auf dem Brett liegen immerhin noch einen Punkt. Fällt das Wurfteil auf den Boden gibt es null Punkte.
Gezählt wird immer die Differenz zwischen den erzielten Punkten der Teams oder Einzelspieler pro Durchgang (Frame). Dabei haben die Parteien jeweils 4 Wurfbeutel zur Verfügung. Die mögliche Punktausbeute pro Frame liegt zwischen 12 bis 0. Bei 21 und mehr erzielten Punkten ist ein Spielsatz zu Ende.
Ein Youtubevideo veranschaulicht das Spiel. Deutschlands Sacklocher sind im Deutschen Cornhole Verband e.V. organisiert, der auch eine Regelwerk verfasst hat. Hat schon was, dieses Sackloch, wenn nur dieses sperrige Brett nicht wäre.
Nachtrag: Wir hatten ja null Ahnung. Bernhard Goetzke aus Berlin hat uns auf die Sprünge geholfen. Spitzenbouler Frank Maurer vom PC Burggarten Horb, derzeit auf Platz 13 der DPV-Rangliste führt ein zweites Leben neben Boule, als mehrfacher Deutscher Cornhole-Meister für seinen Sackloch-Verein Topcorn Rust. Auch Ann-Katrin Hartel, 13. der DPV-Frauenrangliste startet erfolgreich für die Ruster als Cornholerin. Es ist zu vermuten, daß eine ganze Reihe von Petanqueurs ein Doppelleben führt. Was wohl mehr Spaß macht?
Die 13 Europameistertitel die der europäische Verband CEP vergibt, sind aktuell sehr ungleichmäßig verteilt. Allein 10 mal glänzt Frankreich golden und wenn es mal nicht für den ersten Platz reicht, ist Silber das Minimum.
Lediglich bei der Ü55 Meisterschaft sucht man FRA vergebens, die Grande Nation trat nicht an. Mit Italien, Monaco und Niederlande stellen so lediglich noch drei europäische Verbände einen kontinentalen Titelträger.
Bei den 13 Silbermedaillen ragt Spanien mit 4 Erfolgen heraus, Italien und Frankreich sind 2 mal dabei, die restlichen 5 Silberlinge teilen sich Belgien, Israel, Polen, Türkei und Deutschland.
Da die dritten Plätze bei europäischen Championnaten nicht ausgespielt werden gibt es für die Halbfinalverlierer eine Flut von 26 Bronzemedaillen. Krösus Schweden greift hier 5x zu, Monaco und Belgien je viermal. Spanien gewinnt dreimal. Die Schweiz und Deutschland begnügen sich mit je 2 Bronzeplaketten, für Slowenien, Finland, Dänemark, England, Italien und Niederlande gibt es die restlichen 5 Medaillen.
Zwei Damen und zwei Herren dekorieren sich je zweimal mit Gold. Charlotte Darodes FRA, Emma Picard FRA, Dylan Rocher FRA und Joseph (Tyson) Molinas FRA. Einen kompletten Medaillensatz mit Gold, Silber und Bronze räumt als Einziger Italiens Diego Rizzi ab.
Der EuroCup-Titel, der an Vereinsmannschaften vergeben wird ist hier nicht aufgeführt. Die derzeit amtierenden EuropameisterInnen und Medaillisten im Überblick zum Download. Klick hier!

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Nachtrag: Die in dieser satirischen Werbeanzeige ursprünglich zitierte Person sieht sich zu Unrecht angegriffen. Wir haben deshalb alle Namensnennungen in diesem Beitrag unkenntlich gemacht.
Vorstellung: Ganz links Vorturner Jean Casale, zweiter von rechts Bürgermeister David Rachline, Frejus. Foto: ville-frejus.fr
Der neue Bouleclub Fréjus International Pétanque kurz F.I.P. wurde offiziell am Donnerstag, dem 25. Oktober, auf dem Formigé-Platz in Frejus bei angenehmen Temperaturen den Fréjusianern und vielen Neugierigen vorgestellt. Für die zukünftigen Lizenznehmer des Vereins, die Weltmeister Dylan Rocher und Henri Lacroix und weitere Klassespieler der ideale Zeitpunkt für eine Demonstration ihrer guten Form mit schönen Carreaus und präzisen Würfen. So der Bericht auf der Homepage der Stadt Fréjus.
Der Umzug des gesamten Spielpersonals des ABC Draguignan in die Nachbargemeinde Fréjus mit Sack und Pack zum 1. Januar 2019 ist damit höchst offiziell. Ein einzigartiger Vorgang, der sich schon im Sommer angedeutet hat. Weltklasse-Petanqueurs beiderlei Geschlechts wie Saunier, Mattaranz, Rousseau und Lerat, Lacroix, Rocher, Robineau, Pucinelli, Montoro, Cortes, Bauer, Bonetto und Rio wechseln geschlossen die Fronten. Auch die Jeu-provençal-Cracks Kerfah, Matraglia und Bée verstärken die Karawane Richtung Küste und bilden nun gemeinsam die neue Boulesupermacht F.I.P..
Der Umzug hinterlässt laut varmatin.com zufolge Zorn und Erbitterung beim verlassenen Club ABC Draguignan. Die Verantwortlichen für den Auszug, die PPF-Manager Pascal Mari und Alex Barbero, sowie, allen voran Draguignans sportlicher Leiter Jean Casale, hätten allesamt nicht mit offenen Karten gespielt, so die ABCD-Chefs Claude Arneodo und Jean-Michel Raffalli. Von einem Dolchstoß in den Rücken ist gar die Rede. Noch im Mai hatte Draguignans Trainer Casale einen kommenden Wechsel abgestritten. Der Umzug hinterlässt beim einstmaligen „Club de pétanque de Haut Niveau“ einen Trümmerhaufen. Auch Draguignans Clubchefs wollen nun zum Jahresende den Bettel hinschmeißen. „Es war einfach zuviel Geld im Spiel, wir hatten keine Chance, es war schlimmer als bei PSG“, so Claude Arneodo. (Mit PSG ist der franz. Fußballclub gemeint). Viel Böses Blut vergiftet die Angelegenheit, auch von parteiischer Sportsubventionierung mit Steuergeldern durch Fréjus ist die Rede.
Wenn denn die dreijährige Vorbereitungsphase zur Gründung des neuen Clubs der Wahrheit entspricht, von der Fréjus’ seit 2014 amtierender Bürgermeister David Rachline (Front National) spricht, hat Jean Casale seinen ABC Draguignan, der nichtsahnend fleißig investierte und baute und die Saison 2019 plante, schon sehr lange hintergangen, so die Vorwürfe.
Und die Sportler? Dylan Rocher spricht von sportlicher Entwicklung und Stolz auf die Zeit bei Draguignan und daß Geld keine Rolle spiele. Henri Lacroix schweigt und will erst zu gegebener Zeit was sagen; lediglich Stephane Robineau spricht Klartext und von einem „schönen (finanziellen) Angebot“.
Casale will mit seinem Coup Fréjus als den „wichtigsten Pétanque Club auf nationaler und internationaler Ebene positionieren“. Als Entwicklungs-Unterbau wird am 5. November eine neue Petanqueschule in der azurblauen Kapitale eröffnet, „eine einzigartige Chance für die jungen Leute aus der ganzen Region“. Die Schule bietet auch einen "Bereich für Erwachsene an. Entdeckungstage, Workshops, Wochen- und Wochenendaufenthalte und Kurse auf verschiedenen Niveaus sind das ganze Jahr über geplant". Unnötig zu erwähnen, daß die neue Schule in Fréjus das Ende der anderen regionalen Schule etwas landeinwärts bedeutet.
2019 ist Fréjus Gastgeber des Grande Finale PPF vom 16. bis 19. Januar, des CdF 3:3 Männer Ende Juni und des Turniers Mondial de pétanque Laurent Barbero - City of Fréjus vom 18. bis 22. August.
Die Trophée des Villes vom vom 22. bis 25. November im Boulodrome Christian Fazzino in Montluçon sieht die Seriensieger des vergangenen Jahres zum vorletzten Mal im Trikot des Titelverteidigers, rückt aber auch mit Christian Fazzino einen Spieler in den Blickpunkt, der in seiner großen, seriösen Laufbahn immer standorttreu blieb.
Nach Berichten von boulistenaute.com, varmatin.com, ville-frejus.fr und petanque-club-neuburg.de.