Vor gut einer Woche legte das Bundeskanzleramt einen Referentenentwurf des neuen Sportfördergesetzes (SpoFöG) vor, das die Spitzensportförderung in neue Bahnen lenken soll. Das Ziel, mehr Erfolg deutscher Sportler*innen im internationalen Wettbewerb.
Eine neue Behörde, die "Spitzensport-Agentur" ist beabsichtigt und erhitzt die Gemüter, der DOSB befürchtet Einfluß zu verlieren und an den Rand gedrängt zu werden. Ein ähnlicher, aber gescheiterter Gesetzentwurf der Regierung unter Kanzler Scholz hatte dem DOSB noch mehr Mitsprache zugestanden.
Die Bundesregierung: "In einem ersten Schritt soll die olympische Verbändeförderung in die Spitzensport-Agentur überführt werden. Perspektivisch kann auch die para- und nichtolympische Verbändeförderung überführt und die Zuständigkeit der Agentur kann schrittweise auch auf weitere Förderverfahren ausgeweitet werden".
Es betrifft auch den Kugelsport. Hier geht es zum Gesetzesentwurf.
Foto: DPV
Der thailändische Jugendliche Aramrod Saharat hatte auf seinem Weg zum WM-Titel Tir-de-précision nach altem Muster beim Championnat in Thailand 2023 in den 4 Turnierrunden Quali, VF, HF und Finale noch das Vergnügen von insgesamt 80 Schüssen bis zum Gewinn der Goldmedaille. Sein Finalgegner Michele Ferrero aus Italien durfte, dank Extrarunde Repechage, sogar 100 Kugeln abfeuern.
Maria Hein und Tobias Moritz den fabelhaften deutschen Titelträger*innen 2025 war das Vergnügen, sich im WM-Wettkampf ausgiebig sportlich zu betätigen, bei der neugeschaffenen WM Tir Mixed in Isla Cristina nicht vergönnt. Mit insgesamt 24 Schuss als Team in den 4 Runden des gesamten Wettbewerbs, 12 pro Person, mussten sie sich im Schnelldurchgang zum Titel hudeln. Für die Mehrzahl der Teilnehmerinnen, alle weit angereist, war hingegen schon nach 6 Schüssen im Team, 3 pro Schütz*in, das skurrile WM-Spielchen aus.
Wer in den FIPJP-Amtsstuben denkt sich derartige zeitoptimierte Absonderlichkeiten eigentlich aus? Echte Sportfreunde? Wohl kaum, vielleicht war es ein Experiment, das man mit den gestandenen Rizzis, Bourriauds oder Rochers nicht wagte und dafür einfach mal Jugendliche missbrauchte?
Abb. CEP
Frage an Radio Eriwan: Ist es richtig, dass Armenien eine eigene Sprache und sogar ein eigene Schrift besitzt? Warum verwendet also der verehrte Grafiker der CEP für das Armenienlogo auf der Internetseite des Verbandes russische Bezeichnungen und das kyrillische Alphabet? Ist die CEP eine sowjetische oder russische Organisation?
Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip haben sie Recht, Armenien hat eine eigene Sprache und sogar eine eigene Schrift, aber bitte sehr, wer soll die lesen können? Die kärglichen 3 Millionen Armenier und Armenierinnen? Bedenken Sie, so wie es vom talentierten CEP-Graphiker gestaltet wurde, können es hingegen 300 Millionen Sowjetbürger und -bürgerinnen lesen. Zum Nutzen des ruhmreichen Petanquesports und zur Freude Wladimir Wladimirowitschs.
Ergänzung vom 25.11.2025. Der obige Beitrag wurde bei der CEP wahrgenommen, der Text des Armenienicons ist nun in Sprache und Schrift des Landes verfasst. Nobody is perfect, bei Serbien besteht noch Nachholbedarf, hier ist der Gebrauch der kyrillischen Schrift in der Verfassung verankert.

So soll das neue Waterfrontpark-Gelände an Amelia Islands Fernandia Beach zukünftig aussehen. Foto: fbnewsleader
Die traditionell für November angesetzten Amelia Island Open Petanque in Florida/USA fallen 2025 aus.
Das Fernandina Beach Waterfront Gelände, bislang eher Ödland, wird aufgehübscht und kann wegen der Bauarbeiten ausnahmsweise nicht für das "Größte Petanque-Event der USA" mit rund 400 Aktiven genutzt werden. 16 feste Spielterrains sollen im Rahmen der Neugestaltung angelegt werden, wie der Fernandinaobserver berichtet. 2026 steht das Turnier mit Gästen aus aller Welt, das ca. 800.000 US Dollar in die Gemeinde schwemmt, wieder auf der Agenda.
Die neuen Petanqueplätze fanden in der Planungsphase des Waterfrontparks nicht nur Fürsprecher in der Gemeinde. Gerne hätten Bürger und "taxpayers" stattdessen Kioske lokaler Brauer mit Sitzmöglichkeiten für ein gemütliches Bierchen und Hundelaufbereiche gesehen. Man unterstellte dem Commissioner Chip Ross, selbst Petanquespieler, Einflußnahme zugunsten des großzügigen Petanquebereichs, so der fbnewsleader in einem Beitrag.

Die amtierenden vietnamesischen Asienmeisterinnen 2023 nach ihrem Titelgewinn. Foto: vov.gov.vn
Bei den vergangenen 3 Großereignissen des Frauen Petanque WM 23, WM 25 und Asienmeisterschaften 2023 hatten die Frauen der Petanqueweltmacht Thailand en suite das Nachsehen in der Königsdisziplin 3:3 gegen die indochinesischen Erzrivalinnen aus Vietnam.
Bei den Asienmeisterschaften 2025 Petanque im November in Kuala Lumpur und kurz darauf im Dezember bei den SEA-Games 2025 in Thailand, bietet sich Thailands geschundener Seele nun zweimal kurz hintereinander die Chance, das angekratzte Image aufzupolieren. Die deprimierende 1:13-Niederlage beim kürzlichen Weltchampionnat in Sin-le-Noble schreit geradezu nach Revanche.
6. ABSC Asienmeisterschaften Petanque 2025
in Kuala Lumpur / Malaysia vom 5. bis 10. November
6 Wettbewerbe
Zielschießen: Junioren, Frauen, Männer
Triples: Junioren, Frauen, Männer.
www.asianboulessport.org
33. SEA-Games 2025
Bangkok, Chonburi, Songkhia / Thailand vom 9. bis 20. Dezember
11 Wettbewerbe Petanque
Zielschießen: Frauen, Männer
Einzel: Frauen, Männer
Doppel: Frauen, Männer, Mixed
Triples: Frauen, Männer, Mixed 2f/1m, Mixed 2m/1f
www.seagames2025.org
Der Kongress 2025 der Föderation für Pétanque und Jeu provençal, FIPJP, abgehalten am 8. Oktober im Rahmen der Weltmeisterschaft Frauen 2025 in Sin-le-Noble, sah die Wahl des Luxemburgers Gérard Schneider als Nachfolger des bald achtzigjährigen Claude Azéma. Über den Wechsel des Präsidenten hinaus war der Tag speziell für den afrikanischen Kontinent von Bedeutung, mit Rajakrishnasingh Rajkumar, dem Präsidenten des Kugelsportverbandes der afrikanischen Insel Mauritius gelang wieder einem Afrikaner der Sprung in den von Europäern dominierten Vorstand des Petanque-Weltverbandes.

Bosse des thailändischen NOK reisten nach Frankreich um dem Hegemon des Boulesports eine Ergebenheitsadresse hoher Thaibeamter zu übergeben. Foto: Screenshot Bangkok Post
Was der Kolonialmacht Frankreich in Indochina nie gelang, nämlich Thailand in die Knie zu zwingen, hat Claude Azema, der Alleinherrscher der Kugelsportverbände FIPJP und WBPF/FMBP zumindest im Petanquesportwesen geschafft.
Machtmensch Azema nahm erneut, an die langjährige Leidenszeit des madegassischen Petanquesports sei erinnert, Sport und Sportler in Geiselhaft um vermeintlich unbotmäßigen Organisationen und Personen seinen Willen aufzuzwingen. Mit dem Ausschluss Thailands von der WM 2024 in Dijon und dem kürzlichen Verbot von Petanqueturnieren bei den 33. SEA-Games in Thailand brachte er nun staatliche und sportliche Autoritäten des Königreichs in seinem Sinn auf Trab. Hohe Funktionäre des Thai NOK reisten mit einer Ergebenheitsadresse thailändischer Politiker nach Frankreich um die schweren Strafen abzuwenden (siehe qlaq-Beitrag vom 24. Setember).
Ob die Vorwürfe gegen Personen und Organisation, die Azema zu den Sanktionen veranlassten, überhaupt zutreffen und nach rechtlichen Gesichtspunkten gesichert sind, ist völlig unklar, nicht umsonst ordnete Thailands Vizepräsident Thammanat im Nachgang eine staatliche Untersuchung der Vorwürfe an. Der späte Zeitpunkt erstaunt, da wird der Delinquent erst enthauptet bevor man ihm einen Prozess gewährt.
Mangelhaftes Rechtsverständnis und Willkür im Azemaschen Machtbereich darf unterstellt werden, wie der Schiedsspruch im Verfahren TAS 2024/A/10796 beim Internationalen Sportgerichtshof beweist, den der königlich marokkanische Petanqueverband gegen die von Herrn Azema kontrollierten Verbände angestrengt hatte. Das Schiedgericht sah sich gezwungen wegen zahlreicher Mängel wie fehlender oder fingierter Rechtsgrundlagen oder gerichtsuntauglicher Beweise alle Strafen gegen die sanktionierten marokkanischen Spieler und Funktionäre aufzuheben.
Zum Verständnis der jüngsten Vorgänge in der Sache Thailand vier Berichte der Bangkok Post, chronologisch von unten nach oben:
Alles wieder gut: Thailand knickt ein
Vizepremier Thamanat greift ein
Thai Sportbehörde spricht von Falschinformationen
Sperre: SEA-Games in Thailand ohne Petanquebewerbe