Kambodscha wollte nicht ins Land des Kriegsgegners Thailand reisen und blieb den Wettkämpfen der SEA Games 2025 in Bangkok fern. Seit Jahresmitte beschiessen sich die Nachbarländer wieder mit schweren Kriegswaffen, wegen Grenzstreitigkeiten die noch aus der unseligen französischen Kolonialzeit herrühren. Damit blieb Kambodscha, Gastgeber der SEA Games 2023, allerdings auch ein erneutes Trauma erspart, als man auf heimischem Grund in 6 Finales der Petanquewettkämpfe 6 Niederlagen hinnehmen musste, während Erzgegner Thailand 6 von 6 Finales gewinnen konnte. Bei den elf Petanque-Bewerben der 33. Südostasienspiele 2025 in Bangkok holte sich Thailand mit 5 Titeln wieder den Löwenanteil, Vietnam blieben 3 Goldmedaillen, Laos dominierte zweimal und für Indonesien blieb noch ein Sieg. Die Südostasienspiele repräsentieren ca. 650 Millionen Menschen aus 11 Nationen des südostasiatischen Raumes.
Gehört auch zum Thema: Im Vorfeld der SEA Games haben die internationalen Kugelsportverbände unter Führung des Franzosen Azema den relativ hohen Stellenwert des Petanque in Südostasien, speziell in Thailand, genutzt und mit Sperren und Sperrandrohungen Thailands Sportpolitik und Petanquesport erpresst, um damit personelle Veränderungen im Verbands- und Sportadministrationswesen des Landes zu erzwingen. Wohlgemerkt, die Weltverband-Ehrenmänner haben Thailand wegen einer läppischen Personalie und aus verletzter Eitelkeit unter Druck gesetzt, nicht wegen des Krieges und getöteter Zivilisten.
SEA Games Alle Petanqueergebnisse
Europäisches FIPJP-Qualifikationsturnier in Luxemburg zur WM 3:3/Tir Männer Malaysia 2026 am 29. November. in Beles / Luxemburg. (4 Rd. System Swiss?)
Zu den bei der WM in Dijon vorqualifizierten 12 Verbänden Italien, Frankreich, Belgien, Monaco, Schweden, Türkei, Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Schweiz, Spanien und Finland gesellen sich nun noch die Verbände aus Polen, England, Israel, Andorra, Slowakei, Tschechien, Niederlande, Irland und Serbien, insgesamt 9 an der Zahl, die sich von 19 zugelassenen in einem 5-Runden-Turnier durchsetzen konnten.
Stellt sich nur noch die Frage warum die FIPJP-Organisatoren, ohne gezwungen zu sein, nur eine ungerade Teilnehmerzahl zustande brachten und mit dem höchst unbefriedigenden, den Wettbewerb verfälschenden Freilos hantierten?
Und wo ist Österreich? Der Nachbarverband wäre in Luxemburg startberechtigt gewesen. Wie das Büro des ÖPV mitteilt, haben die diesjährigen internationalen Bewerbe das Budget des ÖPV über die geplanten Beträge hinaus belastet, die Finanzierung der WM-Teilnahme in Malaysia konnte bis Ende Oktober nicht garantiert werden. Aus diesem Grund hat sich der ÖPV gegen eine Teilnahme entschieden.

Bowls bei den Commonwealth Games in Brisbane 1982, erstmals mit Damen. Foto: Queensland State Archives.
Nach der gescheiterten Kampagne den Kugelsport des frankoitalienischen Kulturkreises bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris ins Veranstaltungsprogramm zu hieven, nehmen nun World Bowls und Bowls Australia Anlauf, ihren Sport zu olympischen Ehren bei den Sommerspielen 2032 und den Paralympics im australischen Brisbane zu verhelfen.
Um große Kreise für das Vorhaben anzusprechen, haben die Bowls Dachorganisationen die Bewegung "Sign up as a Barracker" ins Leben gerufen. Zum Auftakt der Kampagne fanden am 29. Oktober und am 7. November Showkämpfe in Brisbane und Kuala Lumpur zwischen australischen Cracks und dem "Rest der Welt" statt.
Bowls wird in 60 Ländern der Erde praktiziert, allein in Australien lassen ca. 2 Millionen Kugelsportelnde mehr oder wenig regelmässig die Bowls rollen. Im Gegensatz zu Petanque erfordern Lawnbowls und Indoorbowls mehr und eine gepflegtere Infrastruktur, dadurch auch mehr finanzielles, privates Engagement und stärkere gesellschaftliche Einbettung. Gut möglich, dass die Initiatoren der Kampagne auf die Unterstützung breiter einflussreicher gesellschaftlicher Kreise und damit auf Erfolg hoffen können. Die Bowlstradition ist selbst in der vormaligen britischen Sträflingskolonie ausgeprägt, seit 1847 gilt Bowls in Down Under als belegt. Bei den Commonwealth Games gehört Lawnbowls seit 1930 (Ausnahme 1966) zu den Kernsportarten und war 1982 bei der XXII. Ausgabe in Brisbane erstmals für Frauen geöffnet. Bowls ist auch längst als Parasport anerkannt und etabliert.
die zukünftige Olympiastadt Brisbane selbst hat eine Unzahl an Bowls Clubs, die besten werden hier vorgestellt.
Der Misserfolg von Petanque und Co. bei Paris 2024 hat vielerlei Ursachen. Brisbane-2032-Verantwortliche werden Azemas Bemühungen ganz bestimmt beobachtet haben und seine Fehler nicht wiederholen. Eine demokratische, breit aufgestellte Basisbewegung kann in diesem Zusammenhang sicher nicht falsch sein.
Bekannt war es seit 19. Oktober, qlaq.de berichtete, als Gerard Schneider in seiner Eigenschaft als neuer FIPJP-Vorstand in einem Interview mit boulistemaroc.com ein WM-Qualifikationsturnier für europäische Verbände ankündigte. Nun ist es so weit, die CEP, deren Europameisterschaften jahrelang als Qualifikationswettkämpfe für Weltmeisterschaften galten, ist endgültig entmachtet.
Am 29. November veranstaltet Schneiders luxemburgischer Verband im Auftrag der FIPJP in Sassenheim/Beles ein Qualifikationsturnier für jene europäischen Verbände, die noch nicht "ex office" für die nächstjährige Männer-WM-3:3 in Malaysia qualifiziert sind. Teams aus Andorra, England, Bulgarien, Schottland, Estland, Ungarn, Irland, Jersey, Lettland, Litauen, Norwegen, Niederlande, Wales, Polen, Serbien, Slowakei, Tchechien und Ukraine reisen an, um in 5 Runden System Swiss weitere WM-Teilnehmer auszuspielen. Details dazu hat die FIPJP allerdings nicht veröffentlicht, ebensowenig offizielle Regularien zu den Weltmeisterschaften, das vorliegende veraltete Exemplar ist vom 20.11.2020.
Als Sinn hinter der neuen Regelung ist lediglich noch mehr Einflussstreben der FIPJP erkennbar. Doppelter Aufwand an Zeit, Geld und Ressourcen für ein extra Qualifikationsturnier neben der EM ist in der heutigen Zeit nicht verantwortbar und zeigt lediglich wie gering die machtgeile FIPJP-Clique drängende Sachfragen einschätzt.
Dass etwa zeitgleich bei den Afrikameisterschaften eine entsprechende Quali für Afrika von der CASP, ausgetragen werden darf, bedeutet nicht etwa mehr Macht für diese CASP. Ein Extraturnier wäre organisatorisch und finanziell den chronisch klammen Verbänden schwer zu vermitteln. Die Gründung des neuen, erst seit Anfang des Jahres existierenden Nachfolgeverband der zerschlagenen Idrissou-CASB wurde noch von Ex-FIPJP-Präsident Azema eingefädelt und ist allem Anschein nicht souverän.
Abb.: FEP
Weil der spanische Kugelsportverband FEP für Männer und Frauen gleichberechtigte nationale Vereinsmeisterschaften mit homogenen Teams veranstaltet, konnte all die Jahre kein spanisches Vereinsteam zum jährlich ausgerichteten EuroCup des europäischen Petanque-Kontinentalverbandes C.E.P. entsandt werden, der im Prinzip mit Männerteams plus "Frauengarnierung" und nach einen speziellen Drei-Runden-Zählmuster mit unterschiedlicher Punktewertung gespielt wird.
Um der Rückständigkeit Rest-Europas in Sachen Gleichbehandlung gerecht zu werden, hat die FEP, einer der stärksten Nationalverbände der Welt, für 2025 zusätzlich zu den regulären Landesmeisterschaften erstmals eine spezielle Qualifikationsmeisterschaft, die Preliga Europea 2025, am 14./15. Juni für spanische Teams nach dem europäischen Strickmuster veranstaltet.
Der Renner war das Angebot des Verbandes im vollen spanischen Wettbewerbskalender nicht, lediglich 5 Teams beteiligten sich am Turnier. Gran Via C.P. Barcelona mit Exweltmeister Jesus Escacho setzte sich überlegen durch und vertrat Spanien erstmalig europäisch auf Petanquevereinsebene vom 8. bis 11. November in der Halle von Sin-le-Noble.
Mit durchschlagendem Erfolg, die Iberer erreichten auf Anhieb das Finale, mussten sich hier jedoch dem französischen Cupsieger Arlanc geschlagen geben. Die Franzosen mit den Routiniers Colombet, Suchaud und Fazzino errangen nach 2022 ihren zweiten Europatiel. Silber geht an Barcelona, Bronze für Horb DEU und Meyrin SUI.
Saint Yrieix in der Charente war von 2018 bis 2023 ständiger Austragungsort des C.E.P.-EuroCup-Turniers für Vereinsteams. Davor hatte das Turnier wechselnde Gastgeber, zuletzt 2017 Gersweiler im Saarland.
Die CEP hatte mit der Anmiete der weitläufigen Gebäulichkeiten des Petanqueverbandes der Charente in St. Yrieix die Voraussetzung für einen Eurocup als zusammenhängende Großveranstaltung geschaffen. 2019 wurde der kontinentale Mannschaftspokal letztmalig mit Qualifikationsturnieren und einer 16er- Endrunde gespielt, ab 2020 waren dann die 8 besten Verbände des Vorjahres qualifiziert und 24 weitere Verbände durften sich nach dem Motto, "wer zuerst kommt mahlt zuerst", für das Großturnier einschreiben.
2024, nach sechs Jahren St. Yrieix, rückte der EuroCup mit dem Umzug in die neue noble Riesenhalle von Sin-le-Noble in der Agglomeration von Douai im Nordosten Frankreichs, etwas näher an die geografische Mitte Europas heran. Mit 31 Teilnehmerverbänden fehlt 2025 zum Veranstaltungsideal noch ein Verband, obwohl die Verbände Spaniens und Serbiens erstmals teilnehmen. Für viele mittel- nord- und osteuropäische Teams verkürzt sich die Fahrstrecke zum Turnier. DPV-Meister Horb spart zum Beispiel fast 400 km Fahrtstrecke. Das mit 8.000 qm weltgrößte Boulodrome, für zirka 10 Millionen Euro erstellt, wurde im ersten Halbjahr 2022 eingeweiht und bedarf auch wegen der enormen Unterhaltskosten dringend der Auslastung durch große Veranstaltungen.
Hier im Nordosten Frankreichs, unweit der belgischen Grenze, bleibt der Petanque EuroCup vorerst nun bis 2029, einen entsprechenden Vertrag hat die CEP mit den Hallenbetreibern abgeschlossen. Auch in den offiziellen Turniernamen fliesst die neue Heimat ein: CEP European Cup - Douaisis Agglo.
https://www.cep-petanque.com/eurocup.html

Städtisches Petanqueterrain im Suburb Cheras der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Foto: arkitekibc.com
In der kommenden Woche finden in Cheras, einem Randbezirk von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur, die 6. Asienmeisterschaften Petanque 2025 (Vers. ABSC) für Jugendliche, Frauen und Männer im Triple sowie im Zielschiessen statt. Schauplatz ist vom 5. bis 10. November die städtische Petanque Arena Pudu Ulu.
Wenn man will, darf man die Veranstaltung durchaus als Generalprobe für die 52. FIPJP-Weltmeisterschaft Seniors Männer 3:3 (plus Zielschiesswettbewerb) sehen, die für den September des kommenden Jahres ebenfalls nach Kuala Lumpur vergeben wurden. (siehe Kalender CEP)
Der rührige malaysische Boulesportsverband MBSF überrascht mit einem paritätisch besetzten sechsköpfigen Vorstand, 3 Frauen, 3 Männer führen den Laden und stemmen zwei Großveranstaltungen innerhalb eines Jahres. Nicht genug der geknickten Vorurteile über islamische Gesellschaften, geführt werden die Zweimillionenstadt samt 7,5-Mio.-Metropolregion Kuala Lumpur, deren Name soviel wie "schlammige Flussmündung" bedeutet, von einer Kopftuch tragenden Oberbürgermeisterin, der international anerkannten Stadtplanerin Maimunah Mohd Sharif.
Skurrile Petanque-Welt: Im Jahre 2002 war Malaysia schon einmal Gastgeber für die 6. Asienmeisterschaften im Petanque, die wurden damals noch von der APSBC, der Asian Petanque and Sports Boules Confederation arrangiert. Diesem Kontinentalverband machte die FIPJP 2017 den Garaus und ersetzte ihn durch die jetzige ABSC, einer gefügigen Institution ganz nach den Vorstellungen des seinerzeitigen FIPJP-Präsidenten Claude Azema.
Nationales Lawn Bowls Centre. Foto kecarchitect
Kuala Lumpur kann aber nicht nur Petanque, parallel zur ABSC-Asienmeisterschaft richten die Lawnbowler, organisiert im Verband World Bowls ihren neu geschaffenen WB Worldcup 2025 aus. Im National Lawn Bowls Centre innerhalb des weitläufigen National Sports Complex Bukit Kiara rollen vom 4. bis 8. November die Bowls auf ihren krummen Bahnen. Gastgeber ist Bowls Malaysia.