
Foto oben: Screenshot Google Earth, Foto links: wikimedia commons.
Wie mit der Kugel geschossen verläuft auf einer Länge von zirka sechs Kilometern der Kanal von Korinth an der schmalsten Stelle durch die Landenge von Korinth, die Festlandgriechenland mit dem Peloponnes verbindet.
An der Mündung des Kanals in den Golf von Korinth findet sich die Stadt Loutraki mit dem außerorts, auf halber Strecke zwischen Golf von Korinth und Saronischem Golf, gelegenen privaten Jugendsport Trainings Zentrum SPORTCAMP Loutraki, dem Austragungsort der Petanque Europameisterschaften für Jugendliche, Espoirs und für Frauen vom 3. bis 11. Oktober 2026.
Offizielle Website der EM loutraki2026.hpf
Ausführliche EM-Berichterstattung auf deutscher-petanque-verband.de
Eine Beschreibung des spektakulären Kanals, von ungarischen Ingenieuren erbaut, vom griechischen Bankier Syngros finanziert, von Erdbeben beschädigt und von deutschen Truppen im II. WK vermint und zerbombt, auf Wkipedia.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich • Dylan Rocher stellt bei der 2. Etappe der Masters de Petanque in Saint Gilles eine atemberaubende Gelenkigkeit im Wurfarm unter Beweis.
Am 17. September standen die Finals der Masters de Petanque 2026 in l’Île-Rousse auf Korsika an. Im Endspiel setzte sich das Dreamteam mit den Altmeistern Suchaud, Quintais, Lacroix und Matraglia durch. Endspielgegner Dylan Rocher verdrehte seinen Wurfarm vergeblich. Foto: MdP.
Mit einer enormen Bedeutungsfracht geht Boon, das kugelbäuchige Maskottchen der kommenden Petanque-Weltmeisterschaften Triplette Männer im thailändischen Khon Kaen, schwanger.
Das türkisfarbene Komiktierchen ist nicht nur "einem Dinosaurier, dem ikonischen Wahrzeichen der Provinz Khon Kaen nachempfunden, sondern verkörpert zudem den Geist von Wohlwollen, Sportsgeist und Freundschaft und repräsentiert als offizieller Gastgeber das herzliche Willkommen der KKU-Gemeinschaft und lädt Athleten aus der ganzen Welt dazu ein, bei der Pétanque-Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam Segen zu erfahren und dauerhafte Freundschaftsbande zu knüpfen".
Darüber hinaus, so die offizielle Beschreibung, "ist Boon eine meisterhafte Verbindung aus dem kulturellen Erbe von Khon Kaen und dem akademischen Geist der Khon Kaen Universität. Der Name ist ein geschicktes (!) Wortspiel, das phonetisch an das Wort Boules erinnert".
Zu guter Letzt "steht Im Thailändischen das Wort Boon (บุญ) für Verdienst, Segen oder Tugend und ist ein Begriff von großer kultureller Bedeutung, der den Akt des Teilens von Gutem mit anderen symbolisiert."
Das komplette Pogramm der 13. World Games, vom 19. bis 29. Juli 2029 im badischen Karlsruhe zu Gast sind, steht nun fest.
62 Disziplinen aus 36 Sportarten weist der endgültige offizielle Kalender aus. Schön, in einigen Sportarten wie bspw. Klettern oder Karate sind Parawettbewerbe reguläre Programmpunkte. Das unterscheidet die Worldgames als integrativere Veranstaltung vom Olympischen Spielen.
Kugelsport aus dem Kreis der Präzisionssportarten wurde wieder berücksichtigt, aber ediglich die Disziplinen Petanque und Sportboule aus dem französischen Kulturkreis. Die weltweit millionenfach geübten Bowls,- Bocce- und Bolas-Disziplinen bleiben dagegen außen vor.
Karlsruhe war bereits 1989 Gastgeber der 3. Ausgabe der Worldgames, damals durften lediglich die Petanquer*innen als einzige Kugelsportler mitmachen. Letztmals gehörte Raffa (Bocce) neben Sportboule und Petanque 2017 in Breslau POL zum Kugelsportprogramm.
Premiere hatten die Worldgames 1981 noch ohne Kugelsport in Santa Clara USA, ins Leben gerufen als Trostpflaster für jene Sportarten, denen die Teilnahme an Olympischen Spielen nicht vergönnt war.
m Dezember 2024 hat die FIPJP, damals noch unter Führung von Claude Azema den afrikanischen Kontinentalverband CASB (Confédération Africaine de Sport Boules) zerschlagen und einen neuen Verband installiert. O-Ton CASP-Facebook: "Pétanque in Afrika: Platz frei für einen neuen Verband. Ein historischer Meilenstein für die Zukunft des Pétanque in Afrika. Der ehemalige CASB-Verband unter der Leitung von Herrn Idrissou wird von den internationalen Behörden aufgelöst und durch die neue CASP unter dem Vorsitz von Herrn Brahim Derwich aus Senegal ersetzt. Die CASP wird offiziell von der FIPJP anerkannt."
Ibrahima Idrissou, der geschasste Präsident der CASB rief in der Folge den internationalen Sportgerichtshof CAS/TAS an. Mit Schiedsspruch vom 21. Mai 2026 gab der CAS/TAS dem Einspruch Idrissous teilweise statt und hob sämtliche Entscheidungen des Exco der FIPJP auf, mit denen die Anerkennung der CASB (als legitime Organisation, Anm.d.V.) widerrufen oder die CASB ausgeschlossen wurde. Die CASB erlangt ihren Status als Kontinentalverband wieder, allerdings hat diese Wiederaufnahme NICHT den Ausschluss der aktuell regierenden CASP (Confédération Africaine de Sport Pétanque) aus der FIPJP zur Folge und auch nicht die automatische Anerkennung durch die FIPJP.
Zwei Kontinentalverbände gleichzeitig stellen eine echte Herausforderung für die Verantwortlichen in den Nationalverbänden dar. Der nun rehabilitierten CASB fehlen zwischenzeitlich aber die Mitgliedsverbände. Die CASP reklamiert aktuell 21 Nationen für sich, darunter auch Idrissous Heimatverband Benin.
Bei einem CASP-Kongress, fast zeitgleich mit der CAS/TAS-Entscheidung, haben jüngst im ivorischen Abidjan 19 CASP-Mitglieder nun mit dem rechtsgerichteten marokkanischen Politiker Mahmoud Archane einen neuen Präsidenten gewählt, der damit die Nachfolge des strohmännischen Gründungspräsidenten Brahim Derwiche (Senegal) und dessen interimistischem Stellvertreter Louly Lemine aus Mauretanien antritt.
Verwirrend, der von der FIPJP seit Jahren gesperrte königliche marokkanische Petanqueverband ist allerding kein Mitglied in der FIPJP-anerkannten CASP, sondern gehört der CASB an.
Archane hat eine unrühmliche Vergangenheit, er war hoher Polizeioffizier während Marokkos sogenannter "Bleiernen Zeit" unter König Hassan II (1956 bis 1999) und persönlich an willkürlichen Verhaftungen, Misshandlungen und Folterungen beteiligt. Mittlerweile ist er Politiker mit einer eigenen Mitte-Rechts-Partei. Er war auch Vergänger des aktuell von der FIPJP gesperrten Präsidenten des königlich marokkanischen Petanqueverbandes.
Die Petanquewelt wird von Europa dominiert. Schwerwiegende Behinderungen, Sperren, Ausschlüsse und Einreiseverbote treffen meist nur außereuropäische Körperschaften und Personen. Innerhalb kurzer Zeit hat der CAS/TAS Azemas Petanqueweltverband in zwei Verfahren, Unrecht, Willkür, Kompetenzüberschreitung und Rechtsbeugung attestiert und beide Male waren afrikanische Institutionen die Opfer. Der o.g. Mauretanier Louly Lemine warf Azema wohl zu Recht einst Rassismus und koloniale Attitüde vor. Im Oktober des Vorjahres hat Azema zwar sein Amt in der FIPJP aufgegeben, er sitzt aber nach wie vor der einflussreichen olympischen Dachorganisation WPBF vor.
Viele Informationen zu Petanque in Afrika gibt es bei boulistemaroc.com, das als Sprachrohr der CASP und Gegner Idrissous gilt, dabei aber etwas Klarheit und Transparenz vermissen lässt.
Beim Beitrag vom 1. April "Weltrangliste al gusto" handelt es sich um keinen Aprilscherz, die beschriebene Rangliste existiert und wird veröffentlicht von boulistemaroc.com. Ob es sich bei dem Konstrukt um die Beta-Version eines zukünftigen offiziellen FIPJP-Ranking handelt, ist nicht ersichtlich. Über den Urheber darf spekuliert werden, der Umfang der verarbeiteten Daten ist jedenfalls enorm. Vollständigkeit und Korrektheit können unterstellt werden.

Haben gut lachen, Horbs dritter Platz beim EuroCup 2025 zählt jetzt mit in der Petanque-Weltrangliste. Foto: petanque-aktuell.
Die Ankündigung ist vollmundig: "The world of pétanque is entering a new era" lautet der nicht gerade bescheiden klingende Begleittext zu Veröffentlichungen im Netz. Eine revolutionäre Welt-Rangliste soll die Kräfteverhältnisse im Weltpetanque neu ordnen.
Galten bislang nur FIPJP-Veranstaltungen als Basis für die Rangfolge der Nationen, sollen in Zukunft auch sämtliche Championnate der fünf Kontinentalverbände, sowie des obersten FWBP, hier zielt man auf ein evtl. Olympiaturnier und die World Games ab, in das Ranking einfließen.
Weltmeisterschaften sollen selbstverständlich höher bewertet werden als Europachampionnate, 100 zu 70 das Verhältnis, das Ranglistendesign sieht aber zwischen den Disziplinen , Altersklassen und Geschlechtern keine Bewertungsabstufungen vor. Für den Sieg bei einer Jugend-WM Tir mixed von 30 Minuten Dauer und 25 beteiligten Nationen gibt es nicht weniger Punkte als bei einem Weltchampionnat Triplette, Männer oder Frauen, für das sich 48 Nationen drei Tage abmühen müssen. Prinzip: Goldmedaille ist Goldmedaille, fertig.
Bei Kontinentalmeisterschaften gilt das gleiche Prinzip. Eine EM Tir Espoir feminin mit 9 Teilnehmerverbänden ist so wertvoll wie eine Seniors-Triplett-EM mit 40 Teams. Berücksichtigt man die jährliche Austragung der Espoirsmeisterschaften im Gegensatz zu den Meisterschaften aller anderen Altersklassen, dann darf man hier sogar vom doppelten Wert sprechen.
Die Meisterschaftsprogramme der Kontinentalverbände sind allerdings bei weitem nicht deckungsgleich, so stehen den vier jährlichen U23-Meisterschaften der CEP, aktuell Null entsprechende Afrikatitel gegenüber. Schön für europäische Verbände, die hier satte Punkte gutmachen gegenüber der auswärtigen Konkurrenz.
Grundsätzlich gilt für Kontinentalverbände, je mehr Veranstaltungen ausgetragen werden um so mehr Worldrankingpunkte sind zu ernten. Reiche Kontinental- und Nationalverbände werden klar im Vorteil sein, viele Veranstaltungen, viele (Fern-)Reisen, viele Punkte. Dadurch werden arme Schluckerverbände in Schach gehalten, Sperren durch die FIPJP waren und sind auch weiterhin probate Mittel der Ranglistenlimitierung.
Europa kann sich also nicht beklagen über das neue Bewertungssystem, der DPV sowieso nicht. Dank der letzten, vor allem europäischen Erfolge der DPV-Aktiven, auch Horbs dritter Platz beim EuroCup wird mitgezählt, belegt Deutschland aktuell Rang 8 knapp hinter Madagaskar und lässt dabei Weltklasse und -meisterverbände wie Tunesien, Kambodscha, Schweiz, Marokko, Algerien oder Benin hinter sich.