Die vom DPV, Petanque Australia und Sportmag.fr berichtete Verlegung der Petanqueweltmeisterschaft von Malaysia nach Thailand wirft Fragen auf, weil sich Weltverband, Veranstalter und Presse in Malaysia bislang in Schweigen hüllen und einzig FIPJP-Vorstandsmitglied und DPV-Präsident Dörhöfer seinen Schreiber im Verband von finanziellen Problemen als Ursache für den Wechsel berichten lässt.
Vielleicht steckt etwas anderes dahinter, denn Geld dürfte im wohlhabenden Malaysia eine eher untergeordnete Rolle spielen. Ein Blick auf die aktuelle politische Weltlage mit dem Nahostkrieg und den Beziehungen zwischen Malaysia und Israel erlaubt eine andere Betrachtung.
Beim europäischen Qualifikationsturnier der FIPJP Ende November in Luxemburg brachte das israelische Team mit einem dritten Platz und der damit verbundenen Qualifikation für die WM das islamistische Malaysia und die FIPJP ungewollt in echte Kalamitäten.
Malaysia unterhält keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Israel, unterstützt die Hamas und erkennt Palästina als eigenen Staat an. Man ist sich in herzlichem Hass verbunden. Es existiert ein Einreiseverbot für israelische Sportler*innen, 2019 musste Malaysia deswegen die Para-Schwimmweltmeisterschaften und 2021 das Squash-Weltchampionnat abgeben. Probleme bei der Petanque-WM waren damit vorprogrammiert.
Ein eiligst ausbaldowerter Fahrplan für die Verlegung der Petanque-WM ins ebenfalls autoritär geführte Nachbarland Thailand, dort dürfen Israelis rein, hilft nun allen Beteiligten aus der Zwickmühle und verhindert eine offene Konfrontation. Da darf man den südostasiatischen Komissköpfen direkt dankbar sein.
So würde ein passender Schuh aus der Geschichte und Malaysias angebliche Geldnöte blieben wahrscheinlich der unbeholfene Versuch von "Transparency-Mike" seiner Kundschaft einen Bären aufzubinden.
Drei Malaienbären im Alten Zoo von Medang. Foto: Sakurai Midori, wikimedia commons.
Nachtrag 04.04.2026: Wer interessiert ist, findet hier Lesestoff zum sehr angespannten Verhältnis von Israel und Malaysia. Der Beitrag wurde vor 2 Monate einem Faktencheck unterworfen. Seitdem hat der Angriff der USA und Israel auf den Iran die Lage sicherlich nicht entschärft oder die Inhalte des verlinkten Beitrags auf den Kopf gestellt.

Trans-Tasman beschreibt das besondere Verhältnis der beiden südpazifischen Nationen Australien und Neuseeland, die durch die Tasmansee getrennt werden. In fast allen Sportarten kommt es, wen wunderts, zu regelmässigen zweiseitigen "Trans-Tasman-Challenges" Australiens Petanquer gingen bei der nun bereits zwanzigsten "Pay-tonk"-Auseinandersetzung mit ihren Überseenachbarn im australischen Mount Martha Bowls und Petanque Club am 21. und 22. März 2026 als Sieger hervor. Die Resultate.
Foto: PA
Das Bundeskabinett hat heute am 25. März das Sportfördergesetz des Bundes beschlossen und auf die Reise des parlamentarischen Verfahrens durch Bundesrat und Bundestag geschickt.
Das als Referentenentwurf vorliegende Gesetze soll den deutschen Spitzensport im internationalen Vergleich stärken und zu mehr Erfolg verhelfen. Die Ausbeute deutscher Sportler bei Olympia, Paralympics, Weltmeisterschaften und Worldgames war in den vergangenen Jahren rückläufig. Das soll geändert werden. Kernstück des neuen Gesetzes wird die vieldiskutierte sogenannte Spitzensport-Agentur mit Sitz in Leipzig sein, die in Zukunft die unabhängig entscheidet bei der Vergabe der Fördergelder aus dem Steuerhaushalt. Die Agentur ist als Stiftung des öffentlichen Rechts aufgebaut, ein neunköpfiger Stiftungsrat, ein Vorstand mit zwei Mitgliedern und ein Sportfachbeirat mit bis zu 15 Expert*innen zeichnen für die Geschäfte verantwortlich. Die Rechtsaufsicht über die Spitzensportagentur wird beim Bundeskanzleramt liegen.
Im Vorfeld ist das Wehklagen beim DOSB groß, bis dato hatte man ziemlich freie Hand bei der Verteilung der Gelder, nun möchte der Geldgeber über die Verteilung selbst bestimmen. Ob das Gesetz letztlich so kommt wie im Gesetzesentwurf vorgesehen oder im politischen Prozess noch verändert wird, bleibt abzuwarten.
Hier gehts zum Gesetzesentwurf
World bowls, der internationale Verband für Bowlssportarten, der eine Beteiligung von Lawnbowls an den Olympischen Sommerpielen und Paralympics 2032 in Brisbane anstrebt, ist dem von Claude Azema geführten Kugelsportweltverband WPBF beigetreten.
Die Mitgliedschaft war für World Bowls unumgänglich, weil die WPBF den einzigen vom IOC anerkannten Dachverband für Kugelsport darstellt. Anträge eines jeglichen Kugelsports auf Olympiateilnahme gehen nur über Azemas Monopolverband. World Bowls war bereits Mitglied im WPBF-Vorgängerverband CMSB, der allerdings völlig anders strukturiert war, ist aber wegen "kultureller Unverträglichkeiten" beizeiten wieder eigene Wege gegangen. Deshalb ist Azemas Kommentar, zitiert in der World-Bowls-Meldung falsch. „Wir freuen uns sehr, dass World Bowls sich in diesem wichtigen Moment für den globalen Sport wieder dem WPBF angeschlossen hat." World Bowls war vorher nie im WPBF
Ob diese neuerliche "Liaison" über Brisbane hinaus hält? Zweifel sind angebracht, die soziologische, gesellschaftliche und kulturelle Kluft zu den in "papistisch-frankoromanischer Kultur gewachsenen und von Petanque dominierten Männerboulesportkreisen" ist gewaltig.

Potentiell landwirtschaftliches Gelände statt Bouleterrain. Bildschirmfotofr3
Der Baubeginn des 2022 beschlossenen Baus eines Nationalen Boulesport-Leistungszentrums durch den französischen Verband für Petanque und Jeu provençal FFPJP im Ardèche-Dörfchen Chomérac zieht sich hin.
Der Umweltschutz hat Vorbehalte gegen das 10-Millionen-Projekt auf der grünen Wiese angemeldet, sieht sowohl Artenvielfalt, als auch die Ruhe der Anwohner sowie das geschützte Ortsensemble bedroht. Eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung wird das Projekt nun weiterhin verzögern. Umweltschützer betrachten den geplanten Baugrund als "un terrain potentiellement agricole". Auch die regionale Umweltbehörde MRAe entschleunigt das Verfahren durch eher gemächliche Gangart, konnte sie doch erst im Oktober vergangenen Jahres Empfehlungen aussprechen, die in die nun laufenden Verträglichkeitsprüfungen einfließen sollen.
Ob die Bauarbeiter wie von anderer Seite sehnlichst erhofft in 2026 anrücken können, erscheint zweifelhaft. François Arsac, Mitte-Rechts-Bürgermeister hält alles für absolut überflüssig und unverantwortlich. Eine Studie im Auftrag der Gemeinde sieht nämlich durch das "Centre Michel Debois" nichts und niemanden gefährdet, sondern vielmehr eine einmalige Chance für Chomérac.
Quellen: applo.clubeo.com, ledauphine.com, fr3
Bemerkung: Frankreich hat übers Land verteilt eine Unzahl an Hallen, Terrains und Einrichtungen für den Kugelsport. Petanquer*innen in Frankreich geht nichts ab. 10 Millionen Euro, dabei wird es wahrscheinlich nicht bleiben, nur für die Befriedigung der Prunksucht eitler Funktionäre sind vergeudetes Geld, das dezentral im Schul-, Jugend- und Kindersport weitaus zukunftsträchtiger angelegt wäre.
Kambodscha wollte nicht ins Land des Kriegsgegners Thailand reisen und blieb den Wettkämpfen der SEA Games 2025 in Bangkok fern. Seit Jahresmitte beschiessen sich die Nachbarländer wieder mit schweren Kriegswaffen, wegen Grenzstreitigkeiten die noch aus der unseligen französischen Kolonialzeit herrühren. Damit blieb Kambodscha, Gastgeber der SEA Games 2023, allerdings auch ein erneutes Trauma erspart, als man auf heimischem Grund in 6 Finales der Petanquewettkämpfe 6 Niederlagen hinnehmen musste, während Erzgegner Thailand 6 von 6 Finales gewinnen konnte. Bei den elf Petanque-Bewerben der 33. Südostasienspiele 2025 in Bangkok holte sich Thailand mit 5 Titeln wieder den Löwenanteil, Vietnam blieben 3 Goldmedaillen, Laos dominierte zweimal und für Indonesien blieb noch ein Sieg. Die Südostasienspiele repräsentieren ca. 650 Millionen Menschen aus 11 Nationen des südostasiatischen Raumes.
Gehört auch zum Thema: Im Vorfeld der SEA Games haben die internationalen Kugelsportverbände unter Führung des Franzosen Azema den relativ hohen Stellenwert des Petanque in Südostasien, speziell in Thailand, genutzt und mit Sperren und Sperrandrohungen Thailands Sportpolitik und Petanquesport erpresst, um damit personelle Veränderungen im Verbands- und Sportadministrationswesen des Landes zu erzwingen. Wohlgemerkt, die Weltverband-Ehrenmänner haben Thailand wegen einer läppischen Personalie und aus verletzter Eitelkeit unter Druck gesetzt, nicht wegen des Krieges und getöteter Zivilisten.
SEA Games Alle Petanqueergebnisse
Europäisches FIPJP-Qualifikationsturnier in Luxemburg zur WM 3:3/Tir Männer Malaysia 2026 am 29. November. in Beles / Luxemburg. (4 Rd. System Swiss?)
Zu den bei der WM in Dijon vorqualifizierten 12 Verbänden Italien, Frankreich, Belgien, Monaco, Schweden, Türkei, Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Schweiz, Spanien und Finland gesellen sich nun noch die Verbände aus Polen, England, Israel, Andorra, Slowakei, Tschechien, Niederlande, Irland und Serbien, insgesamt 9 an der Zahl, die sich von 19 zugelassenen in einem 5-Runden-Turnier durchsetzen konnten.
Stellt sich nur noch die Frage warum die FIPJP-Organisatoren, ohne gezwungen zu sein, nur eine ungerade Teilnehmerzahl zustande brachten und mit dem höchst unbefriedigenden, den Wettbewerb verfälschenden Freilos hantierten?
Und wo ist Österreich? Der Nachbarverband wäre in Luxemburg startberechtigt gewesen. Wie das Büro des ÖPV mitteilt, haben die diesjährigen internationalen Bewerbe das Budget des ÖPV über die geplanten Beträge hinaus belastet, die Finanzierung der WM-Teilnahme in Malaysia konnte bis Ende Oktober nicht garantiert werden. Aus diesem Grund hat sich der ÖPV gegen eine Teilnahme entschieden.